Dienstag, 8. Februar 2011

Die neue sillikonwelt!


Es ist schwierig, über die den aktuellen Schönheitswahn zu schreiben, ohne gleich ähnlich scheinheilig zu klingen wie Bill Clinton zum Thema außerehelicher Geschlechtsverkehr. Schließlich habe ich fast alle gängigen Diäten mehr oder weniger erfolgreich hinter mich gebracht, verfalle bei jeder unpassenden Gelegenheit in einen Kaufrausch und muss außerdem jedes Produkt haben, das mir noch glänzendere, splissfreie Haare verspricht. Dazu kommt das ich auch ohne Op ein kleines Ersatzteillager bin,
Will sagen: Unechte Fingernägel, Haarteile/Extations Falsche Wimpern und der Beliebte Push up BH. Ich bin also Lichtjahre davon entfernt, als möglichst naturbelassenes Ergebnis von Gottes schöpferischem Plan in Birkenstocks über grüne Wiesen zu springen und mit seinen Lämmchen zu tollen. Nein, ich bevorzuge Lämmchen, eher als streichelweiche Hose an meinen Beinen, die übrigens mal wieder eine dieser sinnlosen Diäten vertragen könnten. Und trotzdem kann ich die Auswüchse des gesellschaftlichen Perfektionswahns nicht einfach unkommentiert übergehen. Ich meine, ich könnte schon, aber so was gibt Magengeschwüre, und die sind bekanntlich schlecht für die innere Schönheit.
Und neuerdings jubeln die Klatschblätter sogar ausdrücklich, wenn eine der künstlich Perfektionierten endlich nicht mehr leugnet "klitzekleine" Eingriffe überstanden zu haben, sondern ganz offen dazu steht. Die Konsequenz ist, dass nicht mehr nur knapp volljährige Millionärstöchter aus fernen Galaxien Lippen haben, die jederzeit als pinkfarbene Variante eines Ersatzreifens durchgehen würden und dass Schauspielerinnen um die Vierzig einen neuen Pass beantragen müssen, weil sie ihrem erst wenige Jahre alten Foto nicht mehr im Geringsten ähneln. Nein, inzwischen erreicht dieser manische Schöpfungsdrang auch mich, Aber ob und Wann werden wir dann sehen. Mann/Frau sollte sich wohl fühlen und wenn dafür etwas nachgeholfen werden muss bitte, doch bin ich fest der Meinung dass man sich nicht bis zur Unkenntlichkeit verstümmeln sollte. Und zum Magerwahn will ich noch sagen, Wenn Mutter Natur gewollt hätte das man unser Skelett sehen kann, wäre es außen angebracht. In diesen Sinne eure Nicky Woo


Sonntag, 6. Februar 2011

Mann, Frau und Ihre beste Freundin!


Frauenfreundschaften gehören für Männer ebenso zu den großen Mysterien der Menschheit wie Männerfreundschaften für Frauen. Nur werden erstere als gefährlich empfunden, während letztere eher als irgendwie rührend gelten. Beziehungen sind komplizierte Geflechte, die vielfältige Erschütterungen von innen und außen zu überstehen haben. Die Tatsache, dass Beziehungen heute von Absprachen geprägt werden und nicht mehr althergebrachte Erwartungen an rollenkonformes Verhalten erfüllen müssen, macht die Sache nicht unbedingt einfacher. Was Männern vielfach noch mehr zu schaffen macht als der Umstand, dass die Frau an seiner Seite sich strikt weigert, ihm regelmäßig einen fetten Sonntagsbraten oder auch nur warmes Abendessen zu servieren und ihr Verhalten auch sonst so gar nicht dem entspricht, was er von zuhause bei Muttern gewohnt war, was also oft noch viel schlimmer ist als all diese Entbehrungen, das ist die beste Freundin. Man sollte meinen, der moderne Mann hätte längst gelernt in einer Beziehung mit »Frau plus Freundin« zu leben, denn schließlich musste er die Vorstellungsrunde inklusive gründlicher Inspektion durch ihre Freundinnen über sich ergehen lassen, bevor es überhaupt zu einer ernsthaften Beziehung kommen konnte. Und trotzdem scheint er sich bei jedem Versuch wieder der Illusion hinzugeben, die Freundin würde von der Kurzwahltaste Nummer 1 verschwinden und zu einer zierenden Marginalie werden, sobald er das Leben einer Frau bereichert. Es kommt zwar auch vor, dass eine Frau eifersüchtig auf eine Männerfreundschaft ist und allergisch auf die Abende reagiert, an denen er allein »mit den Jungs« unterwegs ist. Aber die meisten Frauen haben schon früh gelernt, dass seine Abende unter Freunden nicht mit ihren zu vergleichen sind. Wenn Männer über Sex reden, dann haben sie ein Bier vor sich stehen, sitzen zwei Meter voneinander entfernt und reden sehr allgemein gehalten über ihre beeindruckendsten sexuellen Erfahrungen, von denen sich ein nicht unbedeutender Teil allein in ihrem Kopf abgespielt hat – was jeder weiß und niemanden stört. Begleitet wird eine solche Schilderung gern von zustimmenden lauten der übrigen. Wenn Frauen aber über Sex reden, dann sitzen sie meist kuschelig zusammen auf dem Sofa, trinken gelegentlich Prosecco, und erzählen meist sehr auskunftsfreudig und detailgetreu von der letzten Nacht mit ihrem aktuellen Freund – dem Mann eben, der aufgrund solcher Bekenntnisse ohnehin ein großes Problem mit ihrer besten Freundin hat. Die im Übrigen auch nicht einfach nur zustimmend nickt, sondern bei der Schilderung gerne kritisch nachfragt. Dasselbe gilt für Gespräche mit Dritten über etwaige Probleme in der Beziehung. Was früher tunlichst in der Familie zu bleiben hatte, wird heute oft noch mit der besten Freundin diskutiert, bevor man das Gespräch mit dem eigenen Mann sucht. Gute Freundinnen werden der Er-sagt-darauf-sag-ich- Schilderungen nur sehr selten überdrüssig und haben natürlich immer einen Rat zur Hand. Männer hingegen diskutieren die Mannschaftsaufstellung des FC Bayern München mit wesentlich mehr Leidenschaft als ihre eigene Aufstellung in der Partnerschaft. Wozu auch über Dinge reden, über die man auch zuhause nur sehr widerwillig spricht und deren Lösung »die Jungs« auch nicht besser wissen. Aber den Höhepunkt erreicht die männliche Betriebstemperatur erst dann, wenn es um die Urlaubsplanung geht. Um genauer zu sein, wenn es um die Woche im Sommer geht, in der sie allein mit ihren Freundinnen unterwegs sein will. Dann fällt ihm sofort ein, was er alles tun würde, ließe man ihn denn nur allein mit seinen Jungs verreisen. Ihm fällt auch ein, was alles zuhause nicht getan wird, während sie weg ist und schon zieht er sich für Tage in den Schmollwinkel zurück. Männer können beste Freundinnen eigentlich nur in einer Form wirklich gut leiden – als heiße Phantasie im Kopf, in der sie eine Hauptrolle beim lesbischen Sex mit der eigenen Frau spielt, bevor es zu dritt so richtig zur Sache geht. Im realen Alltag hingegen sind beste Freundinnen für ihn eher eine Gefahr, der er nicht zu begegnen weiß. Eine Konkurrenz, gegen die er unmöglich ankommen kann. Und es wird sicherlich noch einige Evolutionsschritte brauchen, bis selbst der letzte Mann verstanden hat, dass das auch niemand von ihm verlangt.



Nicky Woo



Dienstag, 1. Februar 2011

Peinlich?

Hoffentlich sieht keiner, dass wir Daily Soaps sehen oder online daten!
Dinge, die Spaß machen und gleichzeitig peinlich sind, kennt (und verschweigt!) jeder.
Dabei ist Scham richtig hilfreich: Sie zeigt dass wir uns und das, was wir gerade tun, infrage stellen. Wir werden also die Lebensweisheiten der Soap niemals eins zu eins übernehmen. Außerdem motiviert sie, uns weiterzuentwickeln und Minderwertigkeitsgefühle zu überwinden, weiß Psychoanalytiker Micha Hilgers.
Also: Steht zu euch und euren Vorlieben. Und verbucht das als Fortschritt.
NIcky Woo